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Kreditversicherer zeigen sich einsichtig und halten Preise stabil
Die Prämieneinnahmen der deutschen Kreditversicherer werden für 2011 voraussichtlich um 4 % auf 1,6 Mrd. EUR anwachsen. Der Schadenaufwand werde angesichts der Insolvenz des großen Druckmaschinenherstellers Manroland im Vergleich zum Vorjahr steigen, 6 % mehr - auf voraussichtlich 700 Mio. EUR (im Vorjahr 658 Mio. EUR). Den Angaben zufolge ergibt sich daraus eine Schadenquote in Höhe von 44 % (im Vorjahr 43,1 %). Die Schaden-Kosten-Quote (Combined ratio) in Relation zu den Prämieneinnahmen liegt damit bei nur 58 % (im Vorjahr 2009 bei 57 %).
Eine "sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung" verzeichnen damit die deutschen Kreditversicherer im jetzt ausgelaufenen Geschäftsjahr 2011. Kunden profitierten 2011 von Preissenkungen. Die Prämien für Kreditversicherungen sind 2011 im Durchschnitt um 5 % gesunken. In der Warenkreditversicherung stieg das Deckungsvolumen bis zum Ende des dritten Quartals 2011 um 9 % auf 339 Mrd. EUR. Damit wuchsen die Deckungssummen stärker als die Beitragseinnahmen. Die unterjährige Schadenquote in diesem Bereich, der 55 % der Kreditversicherung ausmacht, belief sich auf 30 %. Die Insolvenz des Druckmaschinenherstellers Manroland werde diese Quote aber belasten. Das Ausmaß dieses Schadens für die Versicherer lasse sich aber noch nicht beziffern.
Der Schadenaufwand der Kreditversicherer im Inland wird 2012 um 20 % über dem Niveau von 2011 liegen, bei Lieferungen ins Ausland sogar um 40 %. Für 2012 erwartet die Branche, dass sich die Zahl der Insolvenzen auf dem hohen Niveau von 2011 von voraussichtlich 30.500 Firmenpleiten stabilisiert. Denn die Schulden- und Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren. Unternehmen können Rechnungen nicht mehr begleichen, gehen pleite, in die Insolvenz. Eine Insolvenz führt oft zu Anschlusskonkursen. Hat der Lieferant aber eine Warenkreditversicherung abgeschlossen, muss diese einspringen. Ein größerer Teil des Ausfalls wird erstattet, sofern der Versicherer vorher Deckung für Lieferungen an den Kunden gewährt hat.
Ralf Meurer, neuer Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung des GDV, ist für 2012 zuversichtlich, die Preise stabil halten zu können. Der Konjunkturverlauf Deutschlands werde krisenbedingt allerdings als sehr volatil angesehen: Der kräftige Aufschwung seit dem vergangenen Jahr schwäche sich zusehends ab. Für eine mögliche nächste Krise seien die Kreditversicherer aber gewappnet. Aus der letzten Wirtschaftskrise, in der die Kreditversicherer durch eine sehr restriktive Annahmepolitik stark in die öffentliche Kritik geraten waren, habe man gelernt. Statt vom Ausfall bedrohte Kreditlimits zu kürzen oder die Deckungszusage ganz zu kündigen, die Kapazitäten rigoros zu verknappen und die Selbstbehalte drastisch anzuheben, habe man in den letzten eineinhalb Jahren in die Verträge im Regelfall eine Warnfrist von rund 30 Tagen eingebaut. Damit sind Leistungen aus bestehenden Verträgen auch nach der Kündigung durch den Versicherer noch 30 Tage lang versichert. Die Risikomodelle sind verbessert worden und man bietet den Kunden jetzt mehr Transparenz im Sinne von zusätzlichen Informationen über deren Kunden.
Als Folge dieser Maßnahmen hätte für Lieferungen in Regionen mit gestiegenem Ausfallrisiko wie Nordafrika oder Japan ausreichender Versicherungsschutz aufrechterhalten werden können. Meurer steht der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG vor.
Die Industrie möchte weniger für ihre Kreditversicherungen zahlen und verweist auf bemerkenswerte Zahlen. Coface hatte 2010 nur 29 % der Prämieneinnahmen für Schäden aufgewandt, in der Warenkreditversicherung waren es sogar nur 10 %. Euler Hermes weist in den ersten drei Quartalen 2011 eine Schadenquote von nur 42,1 % auf.
Die Kreditversicherungsbranche erreichte weltweit 6,4 Mrd. EUR Prämie. Die Weltmarktanteile der führenden Kreditversicherer (Quelle: IBCA 2010):
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Euler Hermes |
34,0 % |
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Atradius und CYC |
27,7 % |
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Coface |
19,9 % |
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die spanische CESCE |
3,5 % |
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AIG/Chartis |
3,3 % |
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QBE aus Australien |
2,5 % |
|
die spanische Mapfre |
2,0 % |
|
Sonstige inkl. R+V |
7,1 % |
Quelle: VersicherungsPraxis24
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