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Verbraucherschutz: EU plant einheitliche Darstellungsstandards für Geldanlageprodukte

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an verschiedenen Initiativen zur Verbesserung des Schutzes von Privatanlegern. So ist z.B. geplant, durch eine Vereinheitlichung der Darstellungsstandards für verschiedene Anlageprodukte für Verbraucher eine verbesserte Vergleichbarkeit der Produkte herzustellen. Hierauf sollten sich Versicherungsunternehmen nach Experteneinschätzungen bereits heute vorbereiten.

Bei der EU-Kommission wird das Projekt unter der Bezeichnung "Packaged Retail Investment Products" (PRIP) geführt. Das bedeutet so viel wie "verpackte Verbraucheranlageprodukte". Ziel ist es, einheitliche Standards für den Vertrieb von Fonds, Zertifikaten und Versicherungsprodukten (wie z.B. fondsgebundenen Lebensversicherungen) zu schaffen. Dadurch soll für Privatanleger insbesondere die Vergleichbarkeit der angebotenen Produkte erhöht werden. Das käme letztlich nicht nur den Verbrauchern zugute, sondern wäre auch für Versicherungs- und Finanzvermittler von Vorteil. Denn durch vereinheitlichte Standards würde für sie eine höhere Rechtsicherheit bei Haftungsfragen geschaffen. Auch der Bundesregierung spielen die Pläne der EU-Kommission in die Karten, plant Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner doch bereits seit einiger Zeit die Einführung eines einheitlichen Produktinformationsblattes für Geldanlageprodukte, mit dem die Kosten und Risiken der jeweiligen Anlage präzisiert und vergleichbar(er) gemacht werden sollen.

Nach den Ergebnissen einer jüngst vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vorgestellten Studie haben europäische Privatanleger zurzeit rd. acht Billionen EUR in strukturierte Realprodukte wie Investmentfonds oder fondsgebundene Lebensversicherungen investiert. Die Studie zeigt aber auch, dass ein wirksamer Vergleich der unterschiedlichen Produkte und Anlageformen für Normalanleger bislang kaum möglich ist.

Eine aktuelle Markeinschätzung des Beratungsunternehmens Steria Mummert Consulting erwartet durch die geplante Ausweitung und Harmonisierung der Informationspflichten eine deutliche Verschärfung des Wettbewerbs am Markt mit Versicherungs- und Anlageprodukten, sieht auf der anderen Seite aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen. Steria Mummert Consulting empfiehlt den Assekuranzen, sich schon jetzt - auch wenn derzeit noch offen ist, welche Produkte letztlich unter die PRP-Kriterien fallen werden - auf die grundsätzlich zu erwartenden Änderungen einzustellen und die Transparenz ihrer Produkte zu erhöhen. Wer hier eine Vorreiterolle einnehme, könne sich gerade durch verstärkte Transparenz erfolgreich von Mitbewerbern abheben. Dr. Christian Schareck, Bereichsvorstand Insurance bei Steria Mummert Consulting, bringt es treffend auf den Punkt: Die Branche stehe vor einem gravierenden Strategiewechsel, bei dem jedes Unternehmen besser Vorreiter als Nachzügler sein sollte, so der Versicherungsexperte.

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