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Ist der Deutsche ein beratungsresistenter Vorsorgemuffel?
Wenn es um das Thema finanzielle Absicherung und insbesondere Altersvorsorge geht, sind die Bundesbürger allzu sorglos. Das zeigt zum wiederholten Mal eine aktuelle Studie: Jeder dritte Deutsche hat in den vergangenen fünf Jahren keine professionelle Finanz- und Vorsorgeberatung in Anspruch genommen. Beim Thema Altersvorsorge outeten sich gar 50 % als Beratungsmuffel.
Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hatte im Auftrag verschiedener großer Versicherungsunternehmen für eine repräsentative Studie mit dem Namen "Verbraucherschutz durch Vergütungsmodelle im Finanzvertrieb" Ende April 2.088 Bundesbürger befragt. Die Ergebnisse sind durchaus besorgniserregend. Gerade im so wichtigen Bereich der zusätzlichen privaten bzw. betrieblichen Altersvorsorge haben in den letzten fünf Jahren nur 50 % der Befragten professionellen Rat eingeholt. Schlimmer noch: Von den Beratungsresistenten haben sich wiederum nur 30 % selbstständig über die Möglichkeiten, fürs Alter zusätzlich vorzusorgen, informiert. Das lässt den Schluss zu, dass ein Großteil der Bundesbürger den Ernst der Lage, was Sicherheit und Umfang ihrer Altersversorgung durch die gesetzliche Rente anbetrifft, noch nicht erkannt hat.
Erfreulicherweise ist die Bereitschaft der Deutschen, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, zumindest in anderen Versicherungssparten deutlich höher: Beim Abschluss von Privathaftpflicht-, Berufsunfähigkeit- und Rechtsschutzversicherungen haben 70 % der Befragten in den vergangenen Jahren die Hilfe von Finanz- und Versicherungsvermittlern genutzt.
Das IMWF hat in seiner Studie auch regionale Unterschiede in der Beratungswilligkeit bzw. -resistenz untersucht. Danach leben die größten Beratungsmuffel in Norddeutschland. In Schleswig-Holstein haben 50,3 % der dort lebenden Einwohner in den letzten fünf Jahren keine professionelle Beratung zur Alters- und Risikoabsicherung in Anspruch genommen, in Bremen waren es 45,3 % und in Hamburg 40,1 %. Ganz anders sieht es mit der Beratungswilligkeit dagegen im Osten der Republik aus: In Brandenburg lag der Anteil der "Beratungsverweigerer" in den vergangenen fünf Jahren nur bei 13,1 %, in Sachsen-Anhalt bei 13,3 % und in Sachsen bei 14,3 %. Die bevölkerungsreichsten Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen liegen mit einem Anteil der Beratungsmuffel von 28,6 % bzw. 26,2 % im Mittelfeld.
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