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Anspruchsdenken und Preisbewusstsein von Versicherungskunden wird steigen

Die Versicherungsbranche rechnet mit einer weiteren Verschärfung des Marktes. Wie eine aktuelle Studie zeigt, gehen drei von vier Assekuranzen davon aus, dass ihre Kunden sie künftig mit höheren Qualitätsansprüchen fordern werden. Parallel dazu werde auch das Preisbewusstsein der Versicherungsnehmer weiter steigen.

Das ist das wesentliche Ergebnis einer Untersuchung, die der Versicherer Deutscher Ring Krankenversicherungsverein gemeinsam mit dem Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen durchgeführt hat. Im April und Mai 2010 wurden dazu 242 Fach- und Führungskräfte im Innen- und Außendienst von deutschsprachigen Versicherungen befragt.

Das Ergebnis: 75 % der Befragten rechnen mit einem steigenden Qualitätsdenken bei ihren Kunden. Abhängig von der jeweiligen Sparte erwarten die befragten Fach- und Führungskräfte unterschiedliche Prioritäten aufseiten der Versicherten. Im Bereich der Schadenversicherung dürften Kunden künftig noch höhere Ansprüche an eine schnelle und unkomplizierte Schadenabwicklung stellen, bei beratungsintensiven Produkten wie z.B. Lebensversicherungen wird ein noch stärkerer Kundenwunsch nach ausführlicherer Beratung und besserem Service erwartet. Hierauf müssen sich die Versicherer einstellen. Unglücklich ist allerdings ein weiterer Aspekt: Trotz des erwarteten steigenden Qualitätsanspruchs rechnen die Fach- und Führungskräfte bei den Assekuranzen nicht damit, dass die Versicherungskunden bereit sein werden, sich mehr Qualität auch etwas kosten zu lassen - im Gegenteil: Insbesondere in der Sparte Leben müsse mit einem weiter wachsenden Preisdruck gerechnet werden.

Leider deckt sich nach Auffassung der Urheber der Studie das Ergebnis "höhere Qualitätserwartung bei gleichzeitig steigendem Preisbewusststein" in der Regel nicht mit den derzeitigen Strategien der Versicherer: Denn zwei von drei Assekuranzen verfolgen aktuell eher eine Premium-Strategie, d.h. hohe Qualität zu einem hohen Preis. Die Konsequenz: Das Marktpotenzial werde nicht voll ausgeschöpft, so die Studie. Um aber das vorhandene Potenzial voll auszuschöpfen, sei eine stärkere Kundensegmentierung erforderlich. So sollten sich etwa Versicherer bei der Kundenansprache der potenziellen Kundengruppe, die stets zwischen Preis und Leistung abwägt, konkret auf die Qualitätsmerkmale konzentrieren, die für diese Kunden den höchsten Nutzen stiften.

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